Berichte Landwirtschaft

Kompostieranlage Neuhof

Die Kompostierung
Der Landwirtschaftsbetrieb des Berufsbildungsheims Neuhof betreibt nebst der Tierhaltung und dem Ackerbau eine Kompostieranlage in der jährlich etwa 1500 bis 1800 Tonnen Grüngut aus vier verschiedenen Gemeinden zu Kompost verarbeitet werden. Der produzierte Kompost wird auf dem eigenen Betrieb und auf Landwirtschaftsbetrieben in der Region als Bodenverbesserer und Dünger eingesetzt.

Das Grüngut wird in den Gemeinden in öffentlichen Mulden oder in Containern gesammelt und von einem Transportunternehmen auf den Neuhof geliefert. Zahlreiche Gartenbauunternehmen sowie Privatpersonen gehören ebenfalls zu unseren Lieferanten. Gegen eine entsprechende Entsorgungsgebühr kann jeder, nach Voranmeldung, Grüngut auf dem Neuhof entsorgen.

Das Grüngut wird über mehrere Wochen an einem Haufen gesammelt und anschliessend geschreddert. Das geschredderte Grüngut wird an Mieten gesetzt und während sechs Wochen kompostiert, wobei das Material ein- bis zweimal pro Woche mit dem Kompostwender umgesetzt wird und eine Temperatur von ca. 65 °C erreicht. Die hohe Temperatur entsteht durch die Aktivität von Pilzen und Bakterien, welche das organische Material zersetzen. Durch die hohe Temperatur wird sichergestellt, dass alle Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet werden. Nach sechs Wochen wird der Kompost mit der Siebanlage auf 30 mm gesiebt und kann folglich auf die Felder ausgebracht werden. Das Sieb trennt den feinkrümeligen Kompost von groben Holzstücken, Steinen und Fremdstoffen.

Fremdstoffe
Bei der Anlieferung von Grüngut ist es wichtig, dass keine Fremdstoffe wie Plastiksäcke, Flaschen, Dosen, Steine, Drähte, Schnüre und alle weiteren Kunststoffabfälle, im Grüngut enthalten sind. Leider wird teilweise immer noch stark verunreinigtes Grüngut angeliefert. Diese Verunreinigungen passieren v.a. dort, wo keine Überwachung der öffentlichen Grüngutsammelstellen gewährleistet ist. Gartenbauunternehmen liefern i.d.R. relativ sauberes Material an, aber auch dort finden wir oft Betonteile, imprägnierte Holzstücke, Vliese, Eisen und Getränkeflaschen. Darum appellieren wir immer wieder an die Aufmerksamkeit aller Lieferanten, solche Fremdstoffe vom Grüngut fern zu halten.

Fremdstoffe wie Plastiksäcke, Plastikflaschen, Kaffeekapseln oder Lebensmittelverpackungen werden beim Schreddern des Grüngutes zerkleinert und verunreinigen so den Kompost, was aufwendige Sortier- und Siebarbeiten verursacht. Schnüre und Drähte verfangen sich im Schredder, im Kompostwender oder in der Siebanlage und können diese beschädigen. Eisenstangen, Betonblöcke und Steine beschädigen ebenfalls die Maschinen stark.

Um der Verunreinigung des Komposts und der Beschädigung der Maschinen vorzubeugen wird sämtliches Material, das angeliefert wird kontrolliert und je nach Bedarf mit Maschinen und von Hand minutiös sortiert. Pro Jahr werden auf der Kompostieranlage über 10 Tonnen Fremdstoffe aussortiert und in der Kehrichtverbrennung entsorgt. Dazu kommen das Eisen, der Beton und die Steine, die separat entsorgt werden müssen. Ausserdem werden jährlich 20 bis 30 Tonnen Siebüberlauf als Heizmaterial entsorgt. Der Siebüberlauf entsteht beim Sieben des fertigen Komposts und besteht hauptsächlich aus groben Holzstücken, die beim Kompostierungsprozess nicht abgebaut wurden. Im Siebüberlauf findet sich jedoch auch der Grossteil der Fremdstoffe, hauptsächlich Kunststoff, wieder. Aufgrund der starken Verunreinigung mit Fremdstoffen kann der Siebüberlauf nicht erneut dem Kompostierungsprozess zugeführt werden und muss anderweitig entsorgt werden.

Ausbildung
Zusammen mit den Jugendlichen sortieren die Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebes täglich die Fremdstoffe aus dem angelieferten Material. Auf der Kompostieranlage lernen die Lehrlinge den Umgang mit Maschinen, angefangen beim kleinen Hoflader für die Sortierarbeiten, über den Traktor mit Frontlader, die Siebanlage und den Kompostwender. Die Lehrlinge lernen, wie der Kompostierprozess kontrolliert und gesteuert wird und was die Qualitätsanforderungen an einen fachgerecht produzierten Kompost sind. Den Einsatz des Komposts im Ackerbau ist ebenfalls Teil ihrer Ausbildung.

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Die Kompostieranlage bietet Platz für 4 Mieten. Die Dampfbildung beim Wenden
des Komposts zeugt von den hohen Temperaturen, die darin entstehen.

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Mit all diesen Maschinen lernen unsere Lehrlinge auf der Kompostieranlage zu 
arbeiten: Hoflader, Traktor mit Frontladerschaufel und Siebanlage im Hintergrund.

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Mit dem Kompostwender werden die Mieten 1-2 Mal wöchentlich umgesetzt, 
d.h. aufgelockert und durchmischt. Dies fördert die Aktivität von Pilzen und 
Bakterien, welche das organische Material zersetzen.

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Stark mit Fremdstoffen verunreinigte Grüngutlieferung.

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Täglich wird das angelieferte Grüngut von Fremdstoffen befreit.

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An einem Nachmittag können über 300 m3 Grüngut geschreddert werden. Das 
geschredderte Material wird anschliessend an 4 Mieten gesetzt und wöchentlich 
gewendet.

Haben Sie Fragen zur Kompostierung? Dann kontaktieren Sie unsere Landwitschaft unter
Tel. 056 464 25 65 oder unter landwirtschaft@neuhof.org

Django Hegglin
Betriebsleiter Landwirtschaft

im Oktober 2018

Tiere und deren Umfeld respektieren

Wir haben auf dem Landwirtschaftsbetrieb einen neuen Robidog installiert, er befindet sich an der Obstbaumallee Richtung Brunegg.

Wir bitten Sie Ihren Hund unter Kontrolle zu halten!

- Hundekot einsammeln. Hundekot verunreinigt das Futter für die Tiere und kann diese krank machen, oder zu ihrem Tod führen.

- Respekt vor weidenden Pferden und Kühen mit Kälbern. Halten Sie ihren Hund an der Leine und halten Sie Distanz zu den Tieren.

- Die Tränke ist keine Badewanne. Lassen Sie ihren Hund nicht im Trinkwasser für die Tiere ein Bad nehmen.

Abfall kann töten!

- Abfall korrekt entsorgen. Abfall verunreinigt das Futter der Tiere, Plastik, Metall und Zigarettenstummel bleiben jahrelang in der Natur erhalten, wenn man sie nicht einsammelt.

- Zäune und Tore respektieren. Durchqueren Sie zu ihrem eigenen Schutz keine eingezäunten Weiden. Schliessen Sie Wegtore wieder, wenn diese geschlossen waren.