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Berufsbildungszentrum für Gärtner kommt auf den Neuhof

16/11/2018

Die ausserordentliche Generalversammlung des JardinSuisse Aargau (JSA), Unternehmerverband der Gärtner im Kanton Aargau, fand am Donnerstag 15. November auf dem Neuhof in Birr statt. Die Mitglieder beauftragten den Vorstand von JSA einstimmig, ein Bildungszentrum zu erstellen, den Kostenrahmen von 2.9 Mio einzuhalten und die Finanzen zu beschaffen sowie eine zweckmässige Organisation für den Betrieb einzurichten. Gebaut wird das Ausbildungszentrum bis Ende 2019 auf dem Areal des Berufsbildungsheims Neuhof in Birr. Bis dahin werden die Lernenden in den Schulungsräumen der ehemaligen Gartenbauschule Niederlenz unterrichtet.

Zum ersten Mal in der 124-jährigen Geschichte von JSA kam es zu einer ausserordentlichen Generalversammlung des JSA. Und das aus gutem Grunde. Die Zeit drängt und die Vorbereitungsarbeiten des Verbandes laufen auf Hochtouren. Ende Oktober wurde die JSA Bildungszentrum AG gegründet, Anfang November der Baurechtsvertrag mit der Schweizerischen Pestalozzistiftung Neuhof ausgehandelt, der Businessplan für die Finanzierung ausgearbeitet und die Generalversammlung einberufen. Nach der Zustimmung der Mitglieder bedarf es nun noch der Zustimmung der Kreditgeber. Der bisher einmalige Antrag auf Solidarbürgschaft beim Kanton ist noch am Laufen.

JSA erfreute sich über so viel Goodwill
Die Stimmung der 73 Anwesenden Mitglieder des Unternehmerverbandes war gut. Die Gärtner waren sich schnell einig, dass dies eine gute und notwendige Sache sei. Anwesend waren auch Daniel Büchi, Gesamtleiter des Bildungsheims Neuhof sowie Norbert Walker vom Architekturbüro Walker Architekten AG in Brugg, welches mit der Planung des Projekts beauftragt wurde. Nach nur anderthalb Stunden wurde der Antrag einstimmig angenommen. Finanziert wird das Zentrum durch eigene Mittel, einem Beitrag aus Berufsbildungsfonds, einem Darlehen der Ausgleichskasse, Bankkrediten sowie dem gewünschten Aktienkapital von 0.5 Mio der Mitglieder. Diese Aktienlösung kommt den rund 150 Mitgliedern des Unternehmerverbandes Gärtner Aargau zukünftig in Form günstiger Kursbeiträge wieder zu Gute.

Das grosse Vertrauen in den geplanten Bau sowie den Vorstand widerspiegelt sich in den bereits fünf gezeichneten Scheinen zu Beginn der GV. Drei weitere Zeichnungsscheine folgten im Verlaufe der Versammlung.

Zeitgemässe Infrastruktur an zentralem Standort
Das neue Berufsbildungszentrum bietet den Lernenden eine zeitgemässe Infrastruktur für die überbetrieblichen Kurse (ÜK’s genannt) und das Qualifikationsverfahren (kurz QV, ehemals Lehrabschlussprüfung LAP) und dem JSA einen zentralen Standort. Die bereits heute 60-80 Schüler pro Lehrjahr besuchen die Berufsschule während 30-34 Wochen im Jahr. Eine allfällige Erweiterung des Gebäudes wurde gemäss dem Architekten Norbert Walker bei der Planung berücksichtigt und wäre ohne grossen Aufwand möglich.

Beim Bau handelt es sich um «ein zeitgemässes Gebäude und keine Luxusvariante», betont JSA-Präsident Manuel Eichenberger. Das zweistöckige Schulungsgebäude bietet Platz für das Büro der Instruktoren, das Sekretariat, einen Aufenthaltsraum sowie zwei Schulungszimmer. Unter demselben Dach befinden sich in der Verlängerung die geschlossene Werkhalle sowie die Arbeitshalle für die Aussenarbeiten, wo witterungsunabhängig in kleinen Gruppen Erd- und Steinarbeiten geübt werden können. Der längliche Bau kommt zwischen dem Spielplatz Spielpalozzi und der Kantonsstrasse zu stehen.

Mit dem Neuhof einen guten Partner
Das Berufsbildungsheim Neuhof ist ein Werk der Schweizerischen Pestalozzistiftung in Birr. Der geschichtsträchtige Ort ist die erste und letzte Stätte von Johann Pestalozzi, der als Gründer unseres Bildungssystems gilt. Das offene und moderne Berufsbildungsheim dient der sozialen und beruflichen Integration von männlichen Jugendlichen. Somit widmen sich beide Organisationen ohne Profit der Berufsbildung und Weiterbildung. In den Bereichen Verpflegung (Neuhof Gastronomie), Grünflächen sowie Schulungs- und Seminarräumen können Synergien genutzt werden. Die ökologische Ausrichtung der NPO’s (Non-Profit-Organisationen) passt gut zusammen und der Neuhof kommt seinem Ziel, sich der Öffentlichkeit noch mehr zu öffnen, näher.

Die Zeiten von Cotoneaster und Bahnschwellen sind vorbei
Da sind sich die Gärtner einig. Der Garten hat sich vom Nutzgarten hin zum erweiterten Wohnraum entwickelt. Und mit ihm hat sich das Berufsbild und der Stellenwert der Gärtner verändert. Der Beruf sei nicht betroffen von der Digitalisierung und werde sie überleben. Sie sind stolz auf ihren schönen Beruf und wollen sich nicht verstecken. Mit dem Neubau an der Kantonsstrasse in Birr markiert die Gartenbauschule Präsenz.

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