Erlebnisberichte 2018

Wochenendlager Wohngruppe 2 vom 26. - 28. Oktober 2018

Was Jugendliche auf dem Neuhof von vielen anderen Jugendlichen unterscheidet ist bestimmt das Setting, in dem sie aufwachsen. Sie leben -zumindest unter der Woche- getrennt von ihren Eltern auf der Wohngruppe. Hier sind nicht konstant dieselben Eltern anwesend, sondern ein ganzes Team von Sozialpädagogen die aufgrund der Dienstabdeckung nur punktuell verfügbar sind. Auch einzelne Jugendliche kommen neu hinzu oder treten nach ihrem Aufenthalt wieder aus. Somit ist die Gruppe als solches ständig in der Veränderung. Das Ziel besteht nun darin, jedem einzelnen Jugendlichen ein Umfeld zu bieten, in dem er sich bestmöglich entfalten kann. Ohne ein Zuhause im traditionellen Sinn nachahmen zu wollen, sind Punkte wie Vertrauen, Orientierung, Privatsphäre, Fairness etc. zentral. Um die Jugendlichen in den Prozess der Gruppenstrukturen miteinzubeziehen, wurde dieses Wochenende geplant.

Jeder einzelne Jugendliche ist zwar auf die Gruppe angewiesen, jedoch auch Teil davon und somit ist auch die Gruppe auf ihn angewiesen. Mit Arbeitsblättern, Einzel- und Gruppensettings wurden die Erwartungen erarbeitet und nach Lösungen gesucht. Nebst strukturellen Punkten ging es auch um die Dynamik in der Gruppe. Wo sehen sich die Jugendlichen in der Gruppe positioniert? Wie können sie zu einem guten Klima beitragen? Wie können sie sich gegenseitig helfen?

Thematik dieses Wochenendes war somit einerseits auf «struktureller Ebene» sowie auf «gruppendynamischer Ebene». Zur Orientierung der Jugendlichen besprachen wir am Samstag den Ablauf für die beiden Tage und welche Ziele wir mit den Aufträgen verfolgen. Im Einzelsetting befassten sie sich schriftlich mit Punkten wie; «wie empfinde ich die Strukturen der WG2», «was würde ich anders machen» oder aber «was braucht es von meiner Seite aus, damit neue Vereinbarungen / neue Strukturen innerhalb der Wohngruppe umgesetzt werden können»? Im anschliessenden Plenum wurden die individuellen Vorschläge und Inputs via Flipchart festgehalten.

Des Weiteren stand das Thema «Gruppendynamik» ebenfalls im Vordergrund. Dort wurde der Schwerpunkt auf die persönliche Rolle- sowie dem Gruppenverständnis herauskristallisiert. Auch auf die persönlichen Eigenschaften jedes Einzelnen, welche den Gruppenprozess positiv beeinflussen, wurde näher eingegangen. Auch diese Punkte bearbeiteten sie selbstständig, woraufhin im Anschluss eine erste Auswertungsrunde im Einzelsetting durchgeführt wurde- bewusst einzeln, da sie sich nicht durch Meinungen und Haltungen anderer beeinflussen lassen sollen.

Zwischen den Sequenzen gestalteten wir die Pausen mit Tee trinken, dem Backen einer leckeren Wähe und Gesprächen.

Da das Wetter regnerisch und kalt war, verbrachten wir viel Zeit im Haus. Zum Ausgleich machten wir am Abend eine Fackelwanderung, vor welcher ihnen ein Papier ausgehändigt wurde, auf welchem sie negative Gedanken zum Ausdruck bringen konnten. Diese wurden vertraulich behandelt und wurden symbolisch auf der Wanderung mit der Fackel verbrannt. Bei Rückkehr liessen wir den Abend mit Gemeinschaftsspielen ausklingen, wer noch Lust dazu hatte.

Am Sonntag vor der Rückkehr wurde ebenfalls erneut eine Auswertungsrunde gestaltet, bei welcher der Fokus auf den Gewinn & Nutzen gelegt wurde. Was nehme ich aus diesem Wochenende mit? An welchen Punkten muss ich persönlich an mir arbeiten? Die Allgemeinheit gab zur Rückmeldung, dass allgemeingültige Strukturen einfacher umgesetzt werden können, wenn man als Gruppe den Zusammenhalt pflegt und sich gegebenenfalls gegenseitig unterstützen kann. Als Einzelkämpfer durch den Alltag zu gehen, erfordert oftmals vermehrt Schwierigkeiten, Anforderungen zu erfüllen. Auch eine Akzeptanz gegenüber vorgegebenen Strukturen und der Andersartigkeit der Jugendlichen der Wohngruppe soll gepflegt werden.

Auf dem Nachhauseweg hielten wir an einer Golf-Ranch an, wo wir zur Auflockerung ein paar Golfbälle abschlagen konnten.

Die Thematiken konnten mit einer Ernsthaftigkeit von Seiten der Jugendlichen erfüllt werden. Diese positive Erkenntnis wurde den Jugendlichen mit Lob kommuniziert.

Wohngruppe 2
Deborah Weber
Stefan Ryter

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Sommerlager der WG 3 vom 14. - 20. Juli 2018

Am Samstag 14.7. ging es für die Wohngruppe 3 ins Tösstal für das jährliche Gruppenlager. Wir bezogen eine Hütte aus dem 19. Jahrhundert, wo wir weder Handyempfang noch Heisswasser hatten. Anfänglich sorgte das für etwas Aufruhr, mit der Zeit jedoch sorgte dieser Umstand für ein gutes Miteinander mit Spielen, Unterhaltungen, Geschichten erzählen oder Holz spalten fürs abendliche Feuer.

Den ersten Tag liessen wir nach dem Bezug des Hauses gemütlich in der Badi ausklingen, gefolgt von einem feinen, selbst gekochten z’Nacht im Gruppenhaus, Kubb spielen und Gesprächen am Feuer.

Am Sonntag begingen wir den ca. 30 Minuten entfernten Necker. Es gab eine Bachbettbegehung für Anfänger. Unterwegs konnte man abenteuerlich von gestürzten Steinen ins kühle Nass springen und Gubel mit Wasserfällen besichtigen. Wieder gingen wir zur Erfrischung und für eine warme Dusche in die Dorfbadi, wo auch noch der Finale der Fussball Weltmeisterschaft ausgestrahlt wurde.

Am Montag war schlechtes Wetter angesagt, weshalb wir uns nach einem späten Brunch und gruppendynamischen Spielen, die es in sich hatten, auf den Weg ins Alpamare machten.

Am Dienstag mussten dann alle wieder früh raus, um den etwas längeren Weg zum Walensee anzutreten. Dort überquerten wir in 2er Teams mit Schlauchkanadier den See, mit einem kurzen Zwischenstopp auf der Schnittlauchinsel. Am anderen Seeufer wurden wir mit einem fantastischen und erfrischenden Wasserfall und selbst gemachtem Schlangenbrot belohnt. Die Mutigen wagten noch einen Sprung vom Felsvorsprung, bevor der Rückweg angetreten, bzw. gepaddelt wurde. Mit müden Armen und heissen Köpfen wurden die Boote wieder eingepackt. Zurück auf der Gruppe wurden eilig die Fajitas zubereitet, die mit grossem Hunger verputzt wurden.

Am Mittwoch gabs zur Erholung einen Spiele- und Baditag, mit Wetttauchen, kühnen Sprüngen vom Sprungturm und Glacé. Die feine Grillade am Abend rundete den entspannten Tag noch ab.

Der letzte aktive Tag war auch der herausforderndste. Denn heute fand die Bachbettbegehung für Fortgeschrittene statt. Der heisse Tag schrie jedoch förmlich nach einer Abkühlung, und so mussten wir auch bald durch eiskaltes Wasser schwimmen und in Teamarbeit alle Rucksäcke trocken auf die andere Seite bringen. Unterwegs mussten wir auch angeschwemmte Baumstämme und andere abenteuerliche Hindernisse überwinden. Alle haben es geschafft und wurden mit selbst grillierten Cervelats belohnt bevor wir den Rückweg zum Auto im Trockenen antraten. Nach einem kurzen Sprung ins Schwimmbecken gabs für alle, die wollten, eine warme Dusche in der Badi. Müde und zufrieden wurde dann der letzte gemeinsame Abend am Feuer ausgiebig genossen.

Der Freitag war Abreisetag, wo jeder fleissig beim Hausputz und zurück auf dem Neuhof beim Ausladen anpacken musste. Die Jugendlichen waren schneller als erwartet, so konnten ihre Ferien bzw. ihr Wochenende schon am späteren Nachmittag starten.

Team Wohngruppe 3

Und hier wieder ein tolles Video

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Sommerlager der WG 4 vom 08. – 13. Juli 2018

Samstag
Nach einem herzhaften Brunch fuhren wir frühzeitig, mit gefühlten tausend anderen Ferienreisenden, auf der Autobahn gegen Westen unserem Ziel, dem Lac de Joux entgegen. Trotz Stau erreichten wir, bei schönstem Wetter, am frühen Nachmittag unseren idyllisch gelegenen Campingplatz. Doch oh Schreck, obwohl unsere Ankunft gemeldet wurde, stand das Gras noch hoch und war noch nicht gemäht. Nach einem Anruf bei einem Gemeindearbeiter, fuhr kurz darauf ein Bauer vorbei und mähte das Gras. Eine Stunde später wurde dann auch noch ein Teil maschinell gewendet und eine Lücke für unsere Zeltbauten frei gemacht. So konnten wir dann doch noch unsere Zelte aufstellen, unseren gedeckten Essplatz aufrichten und anschliessend auf offenem Feuer unsere Würste und Grilladen braten. Müde von der langen Fahrt, zogen wir uns relativ früh zum Schlafen in unsere Zelte zurück.

Sonntag
Nach einem erholsamen Schlaf genossen wir das Frühstück mit Rühreier, Speck und Rösti. Während die Jugendlichen und der Grossteil des Teams sich in das erfrischende Nass stürzten, ihre Balance auf dem Stand-up-paddle Board testeten oder sich anderen sportlichen Aktivitäten hingaben, holte der Teamleiter im weit entfernten Biel einen Nachzügler ab. Ein anderer Jugendlicher half ihm dann noch sein Zelt aufzustellen und seine Sachen zu verstauen. Als die kühle Nacht hereinbrach, versammelten sich alle ums Lagerfeuer und erwärmten sich an der warmen Glut bevor sich jeder in seinem warmen Schlafsack zurückzog.

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Montag
Nachdem wir die Bäuche gefüllt hatten machten wir uns auf den Weg zu einer wunderschönen Anhöhe bei Bougy mit Blick auf den Genfersee. Nach einer kurzen Einführung schnallten alle ihre Klettergurte an und testeten ihre Fähigkeiten am ersten Parcours. Der zweite Durchgang gestaltete sich dann um einiges schwieriger und manch einer kam an seine Grenzen. Doch alle bissen sich durch und angelten sich in luftiger Höhe von Baum zu Baum. Die ganz Verwegenen meisterten dann noch die schwarze Route, welche den Profis vorbehalten ist. Wieder auf unserem Campingplatz angelangt stürzten wir uns in den Lac de Joux und entspannten so unsere Glieder bevor wir unsere Speicher mit einem frugalen Nachtessen wieder auffüllen konnten.

Dienstag
Heute war „chillen“ am See angesagt. Doch zum Faulenzen kam niemand, da viele Angebote auf uns warteten. Einige sägten und schliffen Schmuckstück aus Speckstein, welche sie für sich oder ihre/n Angebetete/n herstellten. Andere versuchten ihr Glück auf der wackeligen Slackline, spielten Fussball oder Power-Badminton, balancierten mit Kegeln oder Bällen oder schwammen im See. Nach dem Nachtessen war wieder das Feuer unser Mittelpunkt an dem wir uns wärmen konnten, da eine kalte Brise die Luft merklich abkühlen liess.

Mittwoch
Heute war Montreux unser Ziel. Das Jazz-Festival locke wieder tausende von BesucherInnen aus aller Welt in die schmucke Stadt am Genfersee. Zuerst schlenderten wir auf der mit Blumen geschmückten Seepromenade zum Denkmal von Freddie Mercury, dem weltberühmten Sänger der Gruppe Queen, welcher in Montreux gelebt hatte. Neben Gauklern und Strassenmusikanten lockten die vielen Schmuck- und Kleiderstände zum Stöbern. Später erholten wir uns an den Ufern des Sees bevor wir uns ins pittoreske Städtchen Orbe begaben, wo wir uns eine feine Pizza genehmigten. Mit vollem Bauch fuhren wir dann zurück an unseren Lagerplatz und liessen den Abend mit diversen Spielen ausklingen.

Donnerstag
Heute blieben wir alle etwas länger in unseren kuschligen Schlafsäcken liegen. Das leckere Frühstück lockte dann jedoch noch die Letzten aus ihrer Behausung. Frisch gestärkt marschierten wir dann zum nahe gelegenen Bootshafen wo ein neues Abenteuer auf uns wartete. Wasserskifahren oder Wakeboarden war angesagt. Manch einer hatte etwas Bammel vor der Herausforderung, doch schlussendlich wagten sich alle ins kühle Nass und stellten sich der unbekannten Herausforderung! Und siehe da, wirklich alle schafften es aus der Horizontale in die Vertikale! Nach einer kurzen Stärkung gingen wir daran unsere temporären Bauten wieder abzubrechen. Die meisten packten dann auch schon ihre Zelte ein und wollten die Nacht, nur mit Schlafsack bewaffnet, unter dem Sternenhimmel verbringen.

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Freitag
Zeitig weckte uns die Sonne und bald darauf packten wir noch unsere restlichen Habseligkeiten ein, bevor wir nach einem einfachen Frühstück den Weg zurück auf den Neuhof unter die Räder nahmen. Dort angekommen, mussten all die Gerätschaften, Zelte etc. ordentlich verräumt werden, bevor alle entweder in die Ferien oder ins verdiente Wochenende gehen konnte.

Bericht der WG4

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Sommerlager der WG 1 vom 8. - 13. Juli 2018 in Faulensee bei Spiez

08.07.18, Anfahrt
Heute Morgen trafen wir uns um 09:00 Uhr beim Brunch auf der Wohngruppe. Nach
der kräftigenden Mahlzeit luden wir alle zusammen das Gepäck der Jugendlichen, sowie das verschiedene Outdoor- und Spielmaterial ein. Um ca. 12:00 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Faulensee. Nach einer kurzen Pause an der Raststätte „Grauholz“ trafen wir nach etwa 1.5 Stunden Fahrtzeit in Faulensee ein. Der wunderschöne Ausblick vom Lagerhaus aus auf den See liess uns alle staunen. Zudem waren wir sofort hin und weg vom direkten Seeanstoss. Aber  bevor wir uns alle ins kühle Nass stürzten, luden wir die vollgepackten Fahrzeuge aus und bezogen die Zimmer. Den Abend konnten wir bei einem Teller Spaghetti und kubanischen Klängen auf unserer Terrasse ausklingen lassen. Es fand ein Salsa-Abend statt am Blueturtle-Beach. Somit konnten die Jungs  sowie  das Betreuungspersonal  einen lustigen, musikalischen und rhythmischen Abend verbringen.

09.07.18, der erste Tag
Auch heute beim gemeinsamen Frühstück im Freien genossen wir den wunderwollen Ausblick auf den Thunersee. Schon am späteren Morgen war die Sonne ziemlich stark. Der Himmel war wolkenlos, was sich positiv auf die Stimmung auswirkte. Nach dem Aufräumen des Morgenessens machten wir uns auf den Weg ins nahegelegene Spiez, wo wir die Badi besuchten. An einem schattigen Platz unter einem Baum direkt am See, quartierten wir uns ein und legten unsere Badetücher in den Rasen. Die Badi bot verschiedene Aktivitäten. So konnten sich die Jungs auf einer Rutschbahn, auf zwei Sprungbrettern, beim Tischtennis oder beim Schwimmen im See austoben und messen.  Auch für Erholung war Platz. So genossen es die einen Jugendlichen auch im Schatten zu liegen und mit ihren Kopfhörern Musik zu hören. Nach einigen gelungenen Stunden in der Badi fuhren wir zurück an den Blueturtle-Beach in Faulensee. Da angekommen, bereitete das Küchenteam das Abendessen vor. Es gab selbstgemachte Hamburger und Kartoffeln aus dem Feuer. Die anderen Jugendlichen sprangen noch einmal in das kühle Nass oder sassen genüsslich auf der Terrasse. Bei verschiedenen Gesellschaftsspielen liessen wir den Abend ausklingen, bevor wir alle zufrieden ins Bett fielen.

10.07.18, die Aareschlucht
Nach dem gestrigen eher gemütlichen Tag, gestalteten wir den heutigen etwas aktiver. So setzten wir auch die Zeit des Frühstücks etwas früher an. Bereits vor dem Essen nutzen einige der Jugendlichen die Möglichkeit sich mit einem Sprung ins kühle Nass zu erfrischen, womit auch die morgendliche Müdigkeit wich.  Nachdem wir unsere Bäuche gefüllt und den Frühstückstisch aufgeräumt hatten, fuhren wir mit den Autos nach Meiringen. Da stiegen wir um auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Bus fuhren wir von Meiringen nach Geissholz. Von da aus unternahmen wir eine kleine Wanderung zu der wunderschönen und eindrücklichen Aareschlucht. Dieses von der Natur geformte Spektakel liess uns alle endgültig den Neuhof-Alltag hinter uns lassen. Beim Laufen über den Steg, welcher abenteuerlich in die Schlucht gebaut wurde, wurde viel fotografiert. Man sah es den Gesichtern der Gruppe an, dass die Wahl des Ausflugsziels mehr als nur gelungen war. Gemütlich spazierten wir zurück nach Meringen, wo wir nach dem täglichen Einkauf wieder zurück nach Faulensee fuhren. Vor dem Abendessen wurde noch eine Runde Kubb gespielt. Da es bei unserer Rückkehr etwas bewölkt und daher nicht ganz so warm war, lud der See weniger zum Baden ein. Vereinzelt sprangen die Jungs nach den leckeren Älplermagronen aber doch noch ins Wasser. Auch den heutigen Abend liessen wir bei Gesprächen und Gemeinschaftsspielen ausklingen.

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11.07.18, Schlauchboot-Kanadier, Stand-Up-Paddleboards und Brücken-Jumping
Mit vier Schlauchboot-Kanadiern und zwei Stand-Up-Paddleboards machten wir uns auf den Weg. Ziel unserer Bootsfahrt war eine ca. 3 km entfernte Brücke, die sich wunderbar dafür eignete, von ihr ins Wasser zu springen. Dem Wind und Wellengang auf dem Thunersee trotzten wir mit unserem Muskelschmalz und kämpften uns paddelnd bis zur Brücke.  Dort angekommen entdeckten die einen den Balanceakt auf den Stand-Up-Paddleboards für sich, während die anderen sich dem Nervenkitzel des Brücken-Jumpings hingaben. Aus 1,5 bis zu 9 Metern konnten alle ihre Springkünste zeigen: von Kopfsprüngen über Schrauben und sogar Saltos, welche alle mit klaren 10 Punkten zu bewerten waren.  Aber nicht nur die Höhe machte der Gruppe zu schaffen. Auch der kalte Wind liess einige Knie zittern. Nach einer kleinen Stärkung zeigte sich die Sonne gnädig und wärmte die gesamte Bande auf. Kulinarisch war heute einiges geboten. Obwohl das bisherige Abendessen nichts zu wünschen übrigliess, lud der Mittwochabend mit einem 3-Gänge Menü zum Schlemmen ein. Vom Ensalada Caprese über Weisswein-Risotto mit Grillgut, bis hin zur Schoggi-Creme mit Früchten als Nachtisch blieb keiner hungrig. Wohl gesättigt und zufrieden ging auch dieser Abend in der Gemeinschaft zu Ende.

12.07.18, Sonne pur und Thuner Badi
Der vorletzte Tag des Lagers begann mit strahlend blauem Himmel. Nach einem weiteren gelungenen Brunch mit türkischem Rührei versammelten sich alle, um gemeinsam in die Thuner Badi zu fahren.  Der Weg war kurz und es herrschte gehobene Stimmung. In der Badi angekommen gingen die meisten sogleich ins Wasser, denn die Sonne prallte heiss herunter. Als erstes wurde der 5 Meter Turm eingeweiht und später traute sich noch ein Teil der Gruppe ins kühle Nass des Sees. Mit Spannung wurde die Öffnung des 10 Meter Sprungbretts erwartet. Die Zwischenzeit vertrieb man sich mit Fussball, Wasserball sowie beim Kubb. Andere jedoch genossen einfach das herrliche Wetter und liessen sich braun (oder rot) brutzeln. Und dann war es soweit: Der 10 Meter Sprungturm wurde geöffnet.  Alle die genug Mut aufbringen konnten, erklommen die steile Treppe nach oben. Oben angekommen, wurde den meisten mulmig im Magen. Doch der Absprung in die Tiefe gab einen Adrenalinkick und bereitete allen grossen Spass. Am Abend durften wir den exotischen Klängen einer afrikanischen Band lauschen, welche direkt vor unserem Haus ein Konzert gaben. Als die letzten Töne verklangen wurde der letzte gemeinsame Abend mit verschiedenen Spielen und lustigem Beisammensein beendet.

13.07.18, der letzte Tag
Heute sind wir recht früh aufgestanden, um das  Haus wieder in einem sauberen und angemessenen Zustand zu verlassen. Nachdem das Haus geputzt und das komplette Gepäck verstaut war, machten wir uns auf den Weg zurück zum Neuhof. Unterwegs gingen wir noch zum Abschluss gemeinsam leckere Burger essen und liessen die letzten Tage Revue passieren. Auf dem Neuhof angekommen, reinigten wir die Fahrzeuge und verstauten das mitgebrachte Material. Danach wurden alle ins Wochenende verabschiedet.

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Fundamental 2018 – Persönlichkeitsentwicklung im Grünen
25. Mai - 01. Juni 2018

Wie bereits seit vier Jahren, zogen auch dieses Jahr sieben Jugendliche zusammen in den Wald um dort, in einem alternativen, herausfordernden und reduzierten Setting an ihrer Persönlichkeit im Bereich der Berufsvorbereitung zu arbeiten.

Im Bericht von Fundamental 2017 habe ich die vier Quellen der Entwicklung beschrieben, aus denen Kinder und Jugendliche solange trinken sollen, bis sie keinen Durst mehr haben. (RENZ-POLSTER / HÜTHER, 2016, Wie Kinder heute wachsen – Natur als Entwicklungsraum).

·        Quelle der Unmittelbarkeit
·        Quelle der Freiheit
·        Quelle der Widerständigkeit
·        Quelle der Verbundenheit

Besonders aus einer Quelle wurde dieses Jahr ordentlich getrunken:

Quelle der Widerständigkeit
Der Charakter der Natur - gegenüber der allumsorgenden Mutter Neuhof - ist, dass sie keine Rücksicht auf uns nimmt und ziemlich erbarmungslos mit uns umgeht. Denn die Natur ist widerständig. Widerständig gegenüber Beschimpfungen, Wutausbrüchen, Verzweiflungsschreien und Betteleien. Kurz gesagt, interessiert es die Natur ziemlich wenig, ob wir da sind oder nicht, wie es uns geht und vor allem, was wir gerade wollen oder eben nicht wollen.

Wir mussten schnell feststellen, dass sich die Natur nicht nach unseren Wünschen richtet. Als es keine Bäume an den richtigen Stellen hatte um unsere Zeltschnüre abzuspannen, pflanzte sie uns niemand. Als es zu ungünstigen Zeitpunkten regnete, stellte dieser niemand ab. Als es zu früh dunkel wurde, knipste niemand den Lichtschalter an. Als es hagelte und kalt wurde, drehte niemand die Heizung auf. Als wir müde wurden, erledigte niemand die Arbeit von uns. Als uns das Feuer nicht gelingen wollte, schaltete niemand den Backofen an. Als wir kein Holz hatten, brachte niemand welches vorbei. Da nütze alles Fluchen, laut- und wütend werden nichts. Nein! WIR mussten etwas tun. WIR mussten uns anpassen, UNSERE Emotionen an die Zügel nehmen und in UNSERER Eigenleistung dafür sorgen, dass wir nicht hungrig waren, damit wir trocken schlafen konnten und damit uns warm blieb. Wir mussten einen inneren Widerstand entwickeln gegenüber der Widerständigkeit der Natur und uns eine sichere Gegenwelt schaffen, in der wir uns geborgen, sicher und aufgehoben fühlten. Dies ist uns auch gut gelungen: wir hatten eine Stube, in der die meiste Zeit ein wärmendes Feuer brannte, eine gut eingerichtete Küche, ein schönes Badezimmer und viele trockene Schlafzimmer.

Ja, aus dieser Quelle haben wir reichlich getrunken…

Schlüsselkompetenzen
Die Erziehungsdirektion des Kantons Bern hat 10 Schlüsselkompetenzen zusammengestellt, die es für eine erfolgreiche Berufsausbildung braucht:

·        Einsatzfreude
·        Lernbereitschaft
·        Selbständigkeit
·        Verantwortungsbewusstsein
·        Pünktlichkeit
·        Zuverlässigkeit
·        Ausdauer
·        Ordnungssinn
·        Teamfähigkeit
·        Höflichkeit und Umgangsformen

Mit diesen 10 Kompetenzen setzten wir uns intensiv auseinander. Zuerst waren die Jugendlichen erstaunt, dass sämtliche Kompetenzen «nichts» mit ihrem Beruf zu tun hatten. Schnell merkten sie aber, dass diese 10 Kompetenzen das Fundament für ihre Berufslehre bilden. Denn ohne Lernbereitschaft, kann man auch nicht lernen zu schweissen…
Nachdem sichergestellt war, dass alle vom Gleichen sprachen, wurde mit jedem Jugendlichen evaluiert, wo seine Stärken und Schwächen liegen.

Im Verlauf der Woche wurde auch langsam klar, was eine Woche im Wald leben mit der Berufsvorbereitung zu tun hat. Eine Frage die uns oft im Vorfeld gestellt wurde und gar nicht mal so in ein oder zwei Sätzen beantwortet werden kann. Zumindest nicht so, dass die Antwort vom Jugendlichen auch verstanden und nachzuvollziehen war. 
Unser Ziel war es, dass sie sich die Antwort durch das eigene Erleben selber geben konnten. So trainierten, lernten, entwickelten und feilten wir an unseren Schwachpunkten und erlebten durch gemachte Erfolgserlebnisse und Momente des Gelingens unsere Selbstwirksamkeit und gewannen ein Stück mehr an Selbstvertrauen.
Solange bis alle verstanden hatten, dass eine Berufslehre deutlich mehr, ist als bohren und Wände anstreichen. Und Ausdauer, Zuverlässigkeit sowie Einsatzfreude (…) in jedem Beruf wichtig sind und als Basis dienen.

Die ganze Woche war gespickt mit Chancen und Möglichkeiten, die 10 Schlüsselkompetenzen zu trainieren, weiter zu entwickeln und lernen zu verstehen.
In einem Lebensraum mitten in der Natur fordern die alltäglichen Arbeiten mehr, als im komfortablen zu Hause. Die konstruierten Übungssettings sind sehr gut eingebettet und «getarnt» in den Alltagsarbeiten eines Camps – so ergeben sie Sinn.
Man kann sich vorstellen, dass es viele der oben genannten Schlüsselkompetenzen braucht, um im Wald eine Pizza zu backen oder seine Unterkunft zu bauen.

Dani Winter, Erlebnispädagoge
Devrim Balyos, Erlebnispädagoge
Balz Sterchi, Arbeitsagoge

Video Fundamental 2018

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Interessenwochenedne "Klettern" 08.-10. Juni 2018

Viele Menschen wissen nicht, dass Klettern ein vielfältiger Sport ist. Es geht zwar immer darum in die Höhe zu kommen, aber wie es beim Schwimmen darum geht, über Wasser gehalten zu werden, gibt es doch verschiedene Arten dieses Ziel zu erreichen. Dieses Interessenwochenende hatte das Ziel den Jugendlichen verschiedene Arten des Kletterns aufzuzeigen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sie auszuprobieren.

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Mittwoch, den 06.06.2018
Als Vorbereitung fürs Wochenende gingen wir während des Sportunterrichts in die Kletterhalle und bekamen einen Einblick in die erste Kletterart; das Sportklettern in der Halle. Dort wurden gleich Kletterfinken ausprobiert, die wir fürs Wochenende mieten konnten. Die ersten Kletterversuche wurden gestartet und Grenzen getestet. Wie hoch komme ich und welchen Schwierigkeitsgrat schaffe ich wohl? Diese Fragen wurden für die Jugendlichen zum Wetteifer, der Spass war aber immer im Vordergrund.

Freitag, den 08.06.2018
Zum Klettern in der Natur braucht es Felsen und wo finden sich diese besser als in unseren Alpen? Da sich die Alpen aber nicht gleich um die Ecke des Neuhofs befinden, packten wir unsere Zelte, Matten und Schlafsäcke ein und zogen am Freitagabend nach der Arbeit und dem Nachtessen los. Auf dem Zeltplatz in Andermatt genossen wir die Ruhe und die frische Luft und liessen den Abend mit guten Gesprächen vorüberziehen.

Samstag, den 09.06.2018
Die zweite Kletterart – die Begehung eines Klettersteigs – wurde heute ausprobiert. Der Klettersteig Diavolo hat einen guten Schwierigkeitsgrat und eine angenehme Länge für einen Erstversuch. Die Jugendlichen waren begeistert und fanden es fast schon schade, dass er nicht schwieriger und länger war. Vor allem enttäuscht waren sie jedoch, dass die Blaubeeren noch nicht reif waren. Ihr Fazit: Das nächste Mal möchten sie etwas später im Jahr (für die Blaubeeren) einen schwierigen und längeren Klettersteig machen. Plötzlich nahm aber etwas anderes ihre Aufmerksamkeit in Anspruch. An der Felswand entdeckten sie Menschen, die gerade dabei waren Mehrseillängen zu klettern. Diese Faszination liess sie das ganze Wochenende nicht mehr los. Der Abstieg war kurz und schmerzlos aber geprägt von spannenden Gesprächen und wurde abgeschlossen mit einer feinen Glace zurück in Andermatt.
Um näher am Klettergebiet von morgen zu sein, fuhren wir weiter über den Oberalppass nach Valendas in Graubünden. Dort erwartete uns der wunderschöne Campingplatz Carrera, wo wir gemütlich grillierten und unser Nachtlager wieder aufbauten. Um den Abend ausklingen zu lassen, zog es uns runter ins Tal, wo der kalte Vorderrhein schöne und gemütliche Kiesbänke formte. Es wurden Bächlein umgeleitet, Steinmännchen gebaut und – ja das ist so, wenn man Lehrling ist – fleissig gelernt!

Sonntag, den 10.06.2018
Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Abräumen des Nachtlagers fuhren wir zum Klettergarten Haldenstein, wo die Jugendlichen das Felsklettern kennenlernen durften. Neben dem Topropeklettern, lernten sie auch sich selber abzuseilen und wie eine Rettung im Fels aussehen könnte. Vor allem aber verfolgten sie das Ziel dem Niveau der Mehrseilkletterer von gestern näher zu kommen.

Wie es so ist, wenn der Spass gross ist, verging die Zeit im Fluge und viel zu schnell rückte die Rückkehr auf den Neuhof näher und wurde Realität. Glücklich und müde kehrten wir auf den Neuhof zurück, wo wir mit einem feinen Nachtessen begrüsst wurden.

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Pfingstdienst vom 19.-21. Mai 2018

Am Samstag frühstückten wir ziemlich früh. Wir hatten grosses vor. Frei nach dem Motto «An Pfingsten geht’s am ringsten», konnten wir einen freiwilligen Arbeitseinsatz bei einem befreundeten Bauer leisten. So fanden wir uns nach dem Brunch und einer kurzen Autofahrt in einer wunderschönen, ländlichen Umgebung wieder. Der Sinn war aber nicht die schöne Umgebung zu geniessen, sondern Holz zu stapeln. Ein riesiger Haufen Holz verschlug so manchem Jugendlichen und ehrlich gesagt auch so manchem Erwachsenen fast die Sprache. Nach einer kurzen Gruppeneinteilung ging es dann auch los. Es wurde gestapelt und gestapelt. Zum Mittagessen gab es leckere Würste vom Grill, die uns für die zweite Hälfte des Holzhaufens stärkten. Am Nachmittag um 16:00 Uhr standen wir stolz und zufrieden vor 55 Ster gestapeltem Holz. Da die Jungs vollen Einsatz zeigten, bestellten wir am Abend für alle Pizza. Der Abend war, wie es nach so harter Arbeit naheliegt, verhältnismässig ruhig. Am Sonntag-Morgen setzten wir den Brunch etwas später an. So begrüssten wir die Jungs erst um 11:30 Uhr bei einem reich gedeckten Tisch. Nochmals wurden sie für den tollen gestrigen Einsatz gelobt. Um den strapazierten Muskeln etwas Gutes zu tun, genossen wir einen entspannenden und ruhigen Nachmittag im Thermalbad, wo wir im Sprudelwasser über die geleistete Arbeit sinnierten. Am Abend assen wir eine leckere, selbstgemachte Lasagne und liessen den Abend bei einem wärmenden Lagerfeuer ausklingen.

Am Montag verliessen wir den Neuhof nach dem Brunch, um einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. Zusammen machten wir uns auf den weg, die malerische Natur in der «Tüfelschlucht» bei Hägendorf auszukundschaften. So wurden wir auf jedem Schritt für unsere Anstrengung belohnt. Zwischendurch gab es Pausen für eine Stärkung. Den gelungenen Tag und das Ende des Pfingstwochenendes zelebrierten wir bei einer Portion Spaghetti Bolognese, bevor es am Dienstag dann wieder mit der Arbeit losging.

 Bericht erstellt durch Sven Nyffenegger, Wohngruppe 1

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Auffahrtsdienst vom 09.-13. Mai 2018

Der Auffahrtsdienst wurde vorgängig von den anwesenden fünf Sozialpädagogen unterschiedlicher Wohngruppen detailliert geplant, damit in der Durchführung - in der Gestaltung, keine Unklarheiten bestehen. Da dieser Dienst in Kooperation gestaltet wurde, d.h. übergreifend über alle Wohngruppen Jugendliche anwesend waren, bedarf dies einer ausführlichen Planung - auch im Hinblick eines informativen Austausches mit den anwesenden Jugendlichen.
Diese Auffahrtssitzung wurde somit bei Beginn des Spezialdienstes am Mittwochabend gemeinsam mit den Jugendlichen gestaltet. Dort hatten alle Beteiligten genügend Spielraum, gegebenenfalls noch ungeklärte Fragestellungen zu klären und sich grob einen Überblick über die kommenden Tage zu erschaffen. Das gesamte Programm konnte nur tageweise geplant werden, da die individuellen Tagesprogramme von den herrschenden Wetterverhältnisse abhängig gemacht werden mussten. Nach der Einführungssitzung mit den Jugendlichen widmeten sich die Anwesenden dem Abendessen, welches einstimmig mit leckeren Fajitas die hungrigen Bäuche füllten. 

Am Donnerstag wurde der Tag mit einem ausführlichen Brunch gestartet, damit sich im Anschluss alle voller Elan und Power auf den Weg für in das Freizeitzentrum Säntispark begeben konnten. Der Tag war geprägt von einem Wildwasser-Canyon und dem austoben im Wellenbad. Des Weiteren stand zur Erholung eine Sauna, oder das erholsame Solebad zur Verfügung. Auf diese Weise konnten alle Bedürfnisse für das individuelle Wohlbefinden befriedigt und abgedeckt werden. Am späteren Abend kehrten alle ersichtlich erholt und entspannt zurück in die Wohngruppe 2 und bereiteten ein leckeres Abendessen zu. Im Anschluss konnten die Jugendlichen den Abend individuell ausklingen lassen, sei es sich in den Einzelausgang zu verabschieden, oder aber den Abend mit unterschiedlichen Spielen auf dem Neuhof zu gestalten.

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Der vorhergesehene Ausflug am Freitag zum Bürgenstock für eine Wanderung dem Felsenweg entlang, musste leider verschoben werden, da der berüchtigte Hammetschwand-Lift zwischenzeitlich in Revision steht, d.h. momentan ausser Betrieb ist. Dies hätte für uns das Highlight dieses Ausfluges dargestellt, im Hinblick auf die wundervolle Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Diese Aktivität werden wir bestimmt bald möglichst nachholen…
Somit entschieden wir uns gemeinsam mit den Jugendlichen für Plan B – zum Minigolf spielen, im schön gestalteten Aussenbereich bei der Anlage in Windisch. Die Jugendlichen bewiesen ein ausgeprägtes Geschick sowie einer ausgeprägten Ausdauer diesem Spiel gegenüber.
Am Abend nach dem Abendessen widmeten wir uns dem sogenannten Kubb. Dies ist ein Geschicklichkeitsspiel, das meistens draussen gespielt wird. Es symbolisiert eine Schlacht, in der zwei verfeindete Gruppen für ihren König kämpfen.

Am Samstag nutzten wir das herrliche, sonnige Wetter um einen Ausflug am Hallwilersee zu realisieren. Vorgängig rüsteten sich die Jugendlichen mit einem ausgiebigen Proviant aus, damit unserer Aktivität, dem Pedalo fahren nichts mehr im Wege stand. Knapp zwei Stunden befanden wir uns auf dem See, welcher unterzeichnet war mit Badeplausch und gekonnten Sprungeinlagen vom Springturm in der nahe gelegenen Badi. Im Anschluss tätigten wir mit der Gruppe den Einkauf für die fehlenden Lebensmittel und liessen den Abend mit einer ausgiebigen «Grillsaison» ausklingen… Lecker war es….

Da am Sonntag Regen angesagt war verbrachten wir den Nachmittag in der Halle. Zuerst Badminton und danach eine Schnupperrunde Squash - der Ehrgeiz brachte alle mehr oder weniger zum Schwitzen. Auf dem Heimweg wurde der VW- Bus innen und aussen gereinigt und getankt. Danach war bald schon das Nachtessen bereit: Das Abschluss-Essen des Auffahrtsdienstes wurde mit heiss ersehnter Penne Carbonara gestaltet.
Kurz nach 19.00 Uhr verabschiedeten sich die Jugendlichen vom Auffahrtsdienst und blicken mit neuen lustigen Erlebnissen zurück auf die vergangenen Tage…

Bericht erstellt durch Deborah Weber WG2
Auffahrts-Team
Deborah Weber, Corinne Weber, Caroline Kirchfeld, Daniel Hunziker, Ruedi Hunziker

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Abseilen am Eppenberg - Wohngruppe 2 

Der erste Schritt
Ein fachlich ausgebildeter Sozialpädagoge im Bereich Erlebnispädagogik und Klettern und ein Sozialpädagoge in Ausbildung haben mit den Jugendlichen ein Wochenende durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei die Auseinandersetzung mit Hürden, und deren Überwindung. Beim Frühstück am Samstag konnten, durch die Beantwortung offener Fragen, bei den Jugendlichen bereits einige Ängste abgebaut werden. Anschliessend ging es an eine kleinere Felswand am Eppenberg zum Abseilen. Die Jugendlichen waren mit einer neuen Situation konfrontiert. Es galt für sie, das Bekannte, die Komfortzone zu verlassen und sich im Vertrauen auf ihre Fähigkeiten der neuen Herausforderung zu stellen. Nach einer Einweisung in das Material und Erklärungen zur richtigen Technik, stand einer nach dem anderen an der Felskannte und musste sich überwinden, den ersten Schritt zu machen. Mit dem wachsenden Vertrauen in das Material, und der erfahrenen Selbstwirksamkeit wurde jeder Schritt etwas leichter als der letzte, bis irgendwann das Ziel erreicht war.

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Die Abseilübung kann gut mit alltäglichen Herausforderungen verglichen werden. Beispielsweise mit dem Einstieg in die Lehre. Der Schritt in die Lehre erfordert Mut, sich etwas Neuem zu stellen und das gewohnte Umfeld zu verlassen. Mit positiven Rückmeldungen und erfahrener Selbstwirksamkeit soll das Selbstvertrauen stetig wachsen und die Jugendlichen anspornen.

Selbstüberschätzung
Am Sonntag gingen wir erneut an den Eppenberg, diesmal jedoch an die grosse Wand. Durch das positive Erlebnis vom Vortag ist bei den Jugendlichen die Lust auf eine grössere Herausforderung geweckt worden. Die Wand schien von unten schon hoch, trotzdem schienen sie gewillt, die Herausforderung anzugehen. Als wir jedoch auf die Oberseite des Plateaus wanderten, machte sich bei ihnen ein mulmiges Gefühl im Bauch breit. Die Höhe war furchteinflössend und schlussendlich wurde von der Gruppe einstimmig entschieden, dass diese Hürde doch zu gross schien.

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Im Alltag werden die Jugendlichen immer wieder mit ihren Grenzen konfrontiert. Und das kann frustrierend sein. Vor allem, wenn sie sich eingestehen müssen, sich übernommen zu haben und die Aufgabe nicht alleine, oder noch nicht meistern können. Entscheidend ist dabei ihr Umgang mit der Situation…

Zurück auf Feld eins
Nach der Besichtigung der grossen Wand ging es erneut an die kleinere Wand. Der Frust bei den Jugendlichen war bald verflogen und es wurde bis in den frühen Abend hinein, einer nach dem anderen, an der Felswand heruntergelassen. Es konnte weiter geübt, und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut werden. Am Schluss war klar, die grosse Felswand werden wir uns das nächste Mal vornehmen.

Bericht erstellt durch die Sozialpädagogik
WG 2

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Gruppenwochenende 2018 - Hornussen mit der Wohngruppe 1,  05.05.2018

Wie jedes Jahr zu dieser Zeit brachten wir die WG 1 durch einen ausgiebigen Frühlingsputz wieder auf Vordermann. Dafür investierten wir den Freitagabend und Samstagmorgen. Wie geplant schafften wir es pünktlich zum wohlverdienten Mittagessen fertig zu werden, welches zur Freude aller Beteiligten, vom Kebabhüsli geliefert wurde.

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Traditionell folgte dem „Chrampfen“ nun noch Spiel und Spass. Dieses Mal organisierte die Praktikantin A. etwas was noch niemand wirklich kannte: Wir gingen nach Rütschelen BE um eine unserer traditioneller Schweizer Nationalsportarten kennenzulernen, das HORNUSSEN.

Als wir nach geraumer Zeit Langenthal hinter uns liessen, bemerkten die Jungs, dass wir uns in ungewohnt ländlicher Umgebung befinden. Am Ende des Dorfes Rütschelen, idyllisch am Waldrand gelegen, sichteten wir das Hornusserhüttli wo uns zwei Hornusser des HG Rütschelen erwarteten um uns in den Sport einzuführen. Zuerst wurde kurz der Spielablauf erklärt: In der heutigen Spielweise befördert der Schläger den «Nouss» (Hornuss) mit dem elastischen Stecken vom Abschlagbock in Richtung des «Ries» (gegnerisches Feld). Die dort aufgestellten «Abtuer» der gegnerischen Mannschaft versuchen, den Nouss mit vorgehaltener oder hochgeworfener Schindel so früh als möglich aufzuhalten, bevor dieser den Boden berührt. Genau, dies klingt ziemlich komisch und ist definitiv schwerer als es aussieht. Nach der Theorie führten sie uns vor wie ein gelungener Schlag aussehen sollte. Wir waren ziemlich beeindruckt von dem präzisen Schlag und wie weit und hoch der Nouss flog. Bei einem perfekten Abschlag erreicht er eine Geschwindigkeit von bis zu 180Km/h. Aus diesem Grund entschieden wir uns, dass wir heute nur den Abschlag üben, alles andere wäre zu gefährlich. Einer nach dem anderen stellte sich nun der Herausforderung den Nouss zu treffen. Einige schafften es schon beim ersten Versuch, andere brauchten 2-3 Anläufe und bei ganz wenigen war leider Hopfen und Malz verloren. Vom Ehrgeiz getrieben wollten die Jugendlichen fast nicht mehr aufhören zu schlagen und waren sichtlich stolz auf ihre Erfolge. Nach über 2 ½ Stunden fuhren wir erschöpft und um eine interessante Erfahrung reicher, zurück auf den Neuhof.

Bericht erstellt durch Angela Mathys, Wohngruppe 1

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Osterlager vom 30. März - 2. April 2018

Karfreitag 30.03.2018
Nach einem ausgiebigen Brunch auf dem Neuhof zogen wir los ins schöne Tösstal. Das alte aber renovierte Haus Storchenegg empfing uns mit seinem Charme und freute sich auf das Leben, das nun Einzug hielt. Es wurde geheizt (mit Feuer) und ausgepackt. Doch lange blieben wir nicht, sondern machten den ersten Ausflug ins Badmintoncenter in Wetzikon. Spass stand dabei im Vordergrund und den hatten wir auch. Den Abend liessen wir an der Feuerstelle draussen verklingen und hörten dem Knistern des Feuers und dem leisen Rieseln des Schnees zu.

Ostersamstag 31.03.2018
Auch heute wurde ausgiebig gebruncht. Da draussen der Schnee lag und der ganze Tag Regen angesagt war, entschieden wir uns für das Schlechtwetterprogramm. Eine neue Sportart erwartete uns. Im Kampf um den Bowlingsieg ging es knallhart zur Sache, weil der Abwasch vom Znacht auf dem Spiel stand. Nach dem Znacht wurde Kampfgeist im Poker und Yatzi spielen weitergeführt. Doch auch da kam niemand gegen den siegesbewussten Sozialpädagogen M. an.

Ostersonntag 01.04.2018
April, April, das Wetter macht was es will. Und das ist kein Scherz, denn ob Schnee, Regen oder ein paar Sonnenstrahlen, heute sahen wir alles. Da die Rutschen im Alpamare auch nach draussen gehen, konnten wir das Wetter hautnah erleben. Es wurde viel gerutscht, geplanscht und gelacht. Die letzte Kraft wurde dann in ein grosses Osterznacht investiert, was sich durchaus gelohnt hat. Den Abend verbrachten wir wieder mit Pokern und konnten sogar Fortschritte verzeichnen.

Ostermontag 02.04.2018
Der letzte Tag begrüsste uns mit Sonnenstrahlen. Sofort zog es uns raus in die Natur, aber zuerst mussten wir noch das Haus putzen und abgeben. Danach fuhren wir los um noch einen Spaziergang zu einem Gubel (Höhle) zu machen. Womit wir bei diesen Frühlingstemperaturen nicht gerechnet haben, war der viele Schnee. Da wir die Schneeschuhe nicht dabei hatten, mussten wir auf halbem Weg wieder umdrehen. Trotzdem erhellte die frische Luft und die Sonnenstrahlen unser Gemüt, sodass wir im Nu auf den Neuhof zurückkehrten, alles auspackten und verstauten. Das verlängerte Wochenende liessen wir mit einem feinen Nachtessen ausklingen.

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Interessenwochenende «Schnee » vom 27. - 28. Januar 2018

Die Schweiz ist im Ausnahmezustand. Es liegt so viel Schnee wie schon lange nicht mehr und die Lawinengefahr ist deswegen enorm gross. Nur an einem Ort hat es durch die ungewöhnlichen warmen Temperaturen nur wenig Schnee; bei der Berghütte in Rüschegg. Rüschegg liegt im Gantrischgebiet, einer beliebten Langlaufdestination. Vor einem Jahr herrschten dort die perfekten Bedingungen zum Iglubauen und so entschieden wir im Dezember das diesjährige Interessenwochenende erneut in Rüschegg zu planen und reservierten die Berghütte. Es kommt jedoch selten wie geplant. Da die Hütte aber schon reserviert war und so spontan noch einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, wo es zwar Schnee hat, aber die Lawinengefahr nicht so gross ist, gelang uns nicht. Also gab es eine Planänderung. Das IW-Schnee wurde verkürzt und statt Iglubauen wurde eine Schneeschuhwanderung organisiert. Zwei Jugendliche konnten sich motivieren trotz der Änderung noch mitzukommen und so fuhren wir am Freitagmittag zu dritt los.

Der Weg führte uns unter dem Hochnebel, durch den Nebel und darüber hinaus. Beim Restaurant Schwarzenbühl erwartete uns eine atemberaubende Aussicht über das Nebelmeer. Dort mussten wir das Auto parkieren und zu Fuss weitergehen. Die Esswaren packten wir in unsere grossen Rucksäcke, die schwerer und schwerer wurden. Dann stapften wir los und kamen nach ca. 40 Minuten bei der Berghütte an. Mit dem Cheminée heizten wir zuerst die Hütte richtig ein und machten es uns in der Hütte bequem. Dann war schon bald Zeit fürs Nachtessen kochen und essen. Den Abend verbrachten wir mit Kartenspielen, Geschichten erzählen, die Sterne und den Mond betrachten und Musik hören.

Am Sonntagmorgen stärkten wir uns mit Pancakes zum Brunch für den Tag. Bevor wir jedoch auf die Scheeschuhwanderung aufbrechen konnten, musste die Berghütte geputzt werden. Dies geht schnell, wenn nur drei Nasen eine Nacht dort verbringen und wenn alle drei fleissig mithelfen, geht es noch schneller. So konnten wir gegen Mittag los. Die Wanderung führte uns zuerst entlang der Langlaufloipe und danach ging es auf einem schmalen Wanderweg weiter dem Grat der Schüpfeflue entlang. Von dort aus hatten wir eine tolle Aussicht. Da die beiden Jugendlichen total unterschiedliches Lauftempo hatten, brauchte die Wanderung für alle Anwesenden viel Geduld und Nerven. Trotzdem erreichten alle das Ziel und nach zwei Stunden wandern, kleinen Snackpausen und kleineren Schneeballschlachten kamen wir wieder bei der Hütte an. Auch wenn sich die Beine langsam bemerkbar machten; wir waren noch nicht beim Auto. So schulterten wir erneut unsere Rucksäcke, genossen noch ein letztes Mal die Sonne und machten uns auf den Heimweg.

Fazit des Wochenendes: Wichtig ist nicht das Tempo, sondern dass das Ziel erreicht wird. 

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